Ringvorlesung Informatik

Wintersemester 2014/2015
Veranstaltungsort: Festsaal des Saarbrücker Rathauses
Beginn: 19:00 Uhr
Ende: ca. 20:30 Uhr

Computer sichern Flugzeuge ab, analysieren Gen-Daten und schlagen Therapien vor. Was können sie dennoch von Vogelschwärmen, Ameisen oder gar Schleimpilzen lernen? Programme besiegen einen Schachweltmeister, doch können sie inzwischen auch beliebige Probleme lösen? Diese und andere Fragen beantworten 13 Informatik-Professoren der Universität des Saarlandes in einer Ringvorlesung, die ab dem 20. Oktober jeweils montags um 19 Uhr im Rathaussaal Saarbrücken stattfindet.
  • hermanns
    Prof. Dr. Holger Hermanns
  • Professor, Fachrichtung Informatik, Universität des Saarlandes
  • Forschungsgebiet
    Verlässliche Software und Systeme
  • Lebenslauf
    Prof. Dr.-Ing. Holger Hermanns hat in den Niederlanden, Frankreich, Dänemark und Deutschland an der Verlässlichkeit von eingebetteten Informatik-Systemen geforscht. Er ist Mitglied der Academia Europea, Preisträger des Fakultätentages Informatik, und hat mehr als 150 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht (ha-Index 92). Er arbeitet in diversen internationalen und nationalen Projekten insbesondere an der Zuverlässigkeit und Robustheit elektrischer Energieversorgung.
  • Der Vortrag
    Informatik ist heutzutage eingebettet in Ihr iPhone, Ihren Rasenroboter und natürlich Ihr Auto. In Zukunft wird "eingebettete Informatik" auch dafür sorgen müssen, dass Strom zuverlässig aus Ihrer Steckdose kommt. Denn ohne Informatik wird die Energiewende - hin zu erneuerbaren Energien - nicht gelingen. Informatik-Professor Holger Hermanns umreisst die großen Herausforderungen, die das Forschungsfeld der "Energieinformatik" ausmachen. Er spricht über spekulierende Satelliten, würfelnde Solaranlagen, und die Schwierigkeit, ein E-Bike aufzuladen.
  • uszkoreit
    Prof. Dr. Hans Uzskoreit
  • Professor der Computerlinguistik am am Fachbereich Computerlinguistik und Phonetik an der Universität des Saarlandes; Wissenschaflticher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) und Vorsitzender des DFKI Language Technology Labs
  • Forschungsgebiet
    Sprachtechnologie
  • Lebenslauf
    Prof. Hans Uszkoreit ist seit 1988 Professor für Computerlinguistik und kooptierter Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes. Zudem ist er auch Wissenschaftlicher Direktor am DFKI, wo er den Forschungsbereich Sprachtechnologie leitet. Davor arbeitete er an der Stanford Universität, am SRI International in Menlo Park und bei der IBM Deutschland. Seine Forschungsschwerpunkte sind die automatische Analyse von Textdaten, maschinelle Übersetzung und verbesserte Anwendungen für Informationssuche und -nutzung.
  • Der Vortrag
    Millionen ehrenamtliche Autoren haben mit der Wikipedia eine freie Wissensressource geschaffen, die an Größe, Themenbreite und Aktualität alle früheren Enzyklopädien um Längen übertrifft. Dazu kommen riesige Mengen an öffentlichen Daten, die in Wahnsinnsgeschwindigkeit wachsen und untereinander immer besser vernetzt sind. Große Teile dieser Wissensbestände, wurden nun teils per Hand und zunehmend automatisch in Datenbanken überführt und mit anderen Datenbanken verbunden. Wir erleben den Beginn einer Daten- und Wissensakkumulation, die zu einer völlig neuen Verwaltung und Nutzung des menschlichen Wissens führen wird. In dem Vortrag sollen die Möglichkeiten und Grenzen dieser Wissensorganisation und der Verfahren zur automatischen Textanalytik besprochen werden. Dazu gehören Abschätzungen des Nutzens aber auch der Gefahren des Missbrauchs.
  • weidenbach
    Prof. Dr. Christoph Weidenbach
  • Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Informatik, Professor am Fachbereich Informatik der Universität des Saarlandes
  • Forschungsgebiet
    Automatisierung der Logik
  • Lebenslauf
    Christoph Weidenbach forscht seit über 30 Jahren an Verfahren zum Rechnen in Logik. Er war 6 Jahre lang Manager in einem der weltgrössten Automobilunternehmen. Ist einer der weltweit führenden Forscher im Bereich der automatischen Beweissysteme.
  • Der Vortrag
    Gibt es etwas stumpfsinnigeres als in der automatischen Telefonhotline einer grossen Firma gefangen zu sein, auf der Suche nach dem Menuepunkt der uns endlich mit einem Mitarbeiter verbindet? Warum geht das nicht besser? In dem Vortrag werde ich darstellen, was die noch zu lösenden Probleme in der Kommunikation mit einem Computer sind, bis wir in der Zukunft dann nicht nehr unterscheiden können, ob ein Mensch oder ein Computer an der Telefonhotline mit uns spricht.
  • weickert
    Prof. Dr. Joachim Weickert
  • Professor Lehrstuhl Mathematische Bildanalyse Universitaet des Saarlandes
  • Forschungsgebiet
    Image Processing
  • Lebenslauf
    Professor Dr. Joachim Weickert studierte Technomathematik an der Universitaet Kaiserslautern und promovierte dort 1996. Nach Postdoktorandenstellen am Uniklinikum Utrecht und der Universitaet Kopenhagen habilitierte er sich 2001 an der Universitaet Mannheim im Fach Informatik. Seit 2001 ist er Professor fuer Mathematik und Informatik an der Universitaet des Saarlandes, wo er die Arbeitsgruppe Mathematische Bildanalyse leitet. Im Jahr 2010 erhielt er mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis den renommiertesten deutschen Forschungspreis.
  • Der Vortrag
    Digitale Bilder sind aus unserem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Um digitale Bilddaten mit Hilfe von Computern geeignet zu speichern, zu verarbeiten und zu interpretieren, wurden zahlreiche hocheffiziente Verfahren entwickelt. Interessanterweise bedienen sich einige besonders spannende Ansaetze Ideen aus der Natur. Im Vortrag werden diese Ideen allgemeinverstaendlich erlaeutert und mit zahlreichen Beispielen illustriert. Dabei betrachten wir Prozesse, die ihre Inspiration aus fuenf Bereich schoepfen: Elektrostatik, Diffusion, Wellenausbreitung, Waermeleitung und Osmose.

    Die Folien zum Vortrag
  • krueger
    Prof. Dr. Antonio Krüger
  • Wissenschaftlicher Direktor des Innovative Retail Laboratory (IRL) Professor für Medieninformatik an der Universität des Saarlandes
  • Forschungsgebiet
    Mobile and Ubiquitous Spatial Assistance Systems
  • Lebenslauf
    Antonio Krüger studierte Informatik an der Universität des Saarlandes und promovierte dort 1999 im Rahmen des Saarbrücker Graduiertenkollegs Kognitionswissenschaft. Anschließend war er bis 2004 als leitender Wissenschaftler im SFB 378 "Ressourcenadaptive kognitive Prozesse" an der Universität des Saarlandes und am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz tätig. Dort arbeitete er in den Bereichen "Intelligente Graphikgenerierung", "Ubiquitäre Navigationssysteme" und "Intelligente Räume". Von 2004 bis 2009 war Antonio Krüger als Professor für Informatik und Geoinformatik an der  Universität Münster und bis April 2009 als geschäftsführender Direktor des Instituts für Geoinformatik tätig. Seitdem ist Antonio Krüger Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes und Direktor des Innovative Retail Laboratory am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Er ist Mitbegründer der Saarbrücker Technologie-Firma Eyeled GmbH, die sich auf die Entwicklung mobiler und ubiquitärer Informationssysteme spezialisiert hat. Antonio Krügers Forschungsinteressen liegen im Bereich intelligenter Benutzerschnittstellen für mobile und ubiquitäre Assistenzsysteme. In diesem Zusammenhang arbeitete er in der Vergangenheit insbesondere an kontextsensitiven multimodalen Fußgängernavigationssystemen, die sich an den jeweiligen Benutzer, bzw. an den Ort der Verwendung anpassen. Ein weiterer Interessensschwerpunkt ist die dialogische Interaktion mit instrumentierten Räumen und Umgebungen. Methodisch kommen dabei Techniken der Künstlichen Intelligenz und Mensch-Maschine-Interaktion zum Einsatz.
  • Der Vortrag
    In diesem Vortrag werden aktuelle Forschungen aus dem Innovative Retail Laboratory (IRL) des DFKI vorgestellt. Das IRL ist ein gemeinsames Labor der Globus Warenhausholding in St. Wendel und dem DFKI in Saarbrücken. Der Fokus der vorgestellten Arbeiten liegen auf neuartigen Technologien, die den Supermarkt der Zukunft prägen könnten.

    Die Folien zum Vortrag
  • slusallek
    Prof. Dr.-Ing. Philipp Slusallek
  • Professor Lehrstuhl Computer Graphics, Universität des Saarlandes; Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz; Forschungsdirektor des Interl Visual Computing Instituts
  • Forschungsgebiet
    Realtime Realistic Image Synthesis and Lighting Simulations Future 3D-Internet and Server-Based Rendering Simulated Reality and Online Worlds Combining Computer Graphics and Artificial Intelligence Digital Media Applications and Middleware High-Performance Parallel and Distributed Computing Programming Models and Languages
  • Lebenslauf
    Prof. Dr.-Ing. Philipp Slusallek leitet seit 1999 den Lehrstuhl Computergrafik an der Universität des Saarlandes. Darüber hinaus ist er wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Forschungsdirektor des von Intel mitfinanzierten Intel Visual Computing Instituts der Universität.
  • Der Vortrag
    Interaktive 3D-Grapfik war bisher etwas für begeisterte Spieler oder für Experten die 3D-Designprogramme benutzen konnten. Inzwischen bietet zwar schon jeder Web-Browser 3D-Funktionalität, nur kann sie kam einer wirklich benutzen. Mit der in Saarbrücken entwickelten XML3D-Technolgie wir 3D-Grafik für jedermann zugänglich, der sich etwas mit Web-Seiten auskennt. So können 3D-Objekte einfach im Web zur Verfügung gestellt werden, sie können in Echtzeit in jedem Browser dargestellt und auch animiert werden, durch „Erweiterte Realität (Augmented Reality, AR)“ können die Objekte in reale Umgebungen realitätsgetreu eingebettet werden, und viele mehr. Der Vortrag wird kurz die Technologie vorstellen und dann vor allem aktuelle und neue Anwendungsszenarien vorstellen und diskutieren.
  • keller
    Prof. Dr. Andreas Keller
  • Lehrstuhl für Klinische Bioinformatik, Universität des Saarlandes, Medizinische Fakultät, Bioninformatiks
  • Forschungsgebiet
    Bioinformatik
  • Lebenslauf
    Andreas Keller hat Bioinformatik in Saarbücken studiert und auch in Saarbrücken am Lehrstuhl für Bioinformatik promoviert. Seit 2009 arbeitete er bei dem Heidelberger Biotech Unternehmen febit BioMed, wo er für die Biomarker Entwicklung und Bioinformatik im Management verantwortlich war. 2011 wechselte er zu Siemens Healthcare, einem der weltweit führenden Konzerne in der Medizintechnik und Diagnostik, nach Erlangen. Parallel dazu forschte Keller am Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum des Saarlandes, wo er 2013 habilitierte. Nach fast drei Jahren in der Konzernstrategie bei Siemens übernahm Keller 2013 die Leitung des Lehrstuhls für klinische Bioinformatik an der Universität des Saarlandes. Keller ist an über 40 Patenten im Umfeld der Biomarker, Algorithmik und Bioinformatik beteiligt und hat über 100 wissenschaftliche Fachbeiträge veröffentlicht.
  • Der Vortrag
    Grundlagenwissenschaftlich wurden im Umfeld der Medizin in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Fortschritte erzielt. Ein gutes Beispiel ist die Erforschung des kompletten Genomes des Menschen. Die Sequenzierung eines menschlichen Genoms ist heute für weniger als 1.000 Euro möglich. Unbesehen der Risiken, die mit Untersuchungen des Erbgutes einhergehen können, bieten Tests, die auf den Sequenzierdaten aufbauen, große Potentiale für die Weiterentwicklung der Medizin. In den genetischen Daten eines Patienten können zum Beispiel Hinweise auf viele Krankheiten gefunden werden, allen voran auf Tumoren. Die Interpretation des Genomes, entsprechend einem Text aus mehr als 3 Milliarden Buchstaben, stellen Wissenschaftler und Ärzte jedoch vor eine große quantitative und qualitative Herausforderung. Der Lehrstuhl für klinische Bioinformatik beschäftigt sich unter anderem damit, Computer-gestützte Methoden zur Erforschung genetischer Daten anwendungsorientierter zu machen. Anwendungen liegen nicht nur in der Onkologie, auch kardiologische und neurodegenerative Erkrankungen spielen dabei eine immer größere Rolle. Der Vortrag soll einen Einblick in die Welt der Genetik und Molekulardiagnostik geben und die ständig wachsende Bedeutung der Informatik für das Gesundheitswesen herausstellen.
  • schroeder
    Prof. Dr. Dominique Schröder
  • Juniorprofessor am CISPA und der Universität des Saarlandes
  • Forschungsgebiet
    Kryptographische Algorithmen
  • Lebenslauf
    Dominique Schröder studierte Informatik and der Technischen Universität Braunschweig. Nach seiner Promotion an der Technische Universität Darmstadt ging Herr Schröder an die University of Maryland, USA und forschte dort am Cybersecurity Center. Seit 2012 ist Herr Schröder Juniorprofessor für Kryptographische Algorithmen am Center for IT Security and Accountabiltiy (CISPA) und der Universität des Saarlandes. Seine Forschungsarbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt er als einziger Deutscher im Jahre 2013 den Intel Early Career Award.
  • Der Vortrag
    Sichere Identifikations- und Authentifikationsverfahren sind von zentraler Bedeutung für die Wirtschaft. Bei einem Identitifikationsverfahren wird die Identität einer Person überprüft, um Zugang zu bestimmten Sicherheitsbereichen zu erlangen, um Geld abzuheben oder um Zugriff auf sensible Daten zu erhalten. Authentifikationsverfahren stellen die Authentizität von Dokumenten sicher. Beispielsweise garantiert die Unterschrift auf einem Vertrag, dass die Personen mit dem Inhalt einverstanden sind. In diesem Vortrag stelle ich Ubic vor, eine Technologie die die Vorteile krytographischer Verfahren auf die analoge Welt überträgt. Ubic schützt durch verschiedene Verfahren vor Datenklau oder Datenmanipulation in Alltagssituationen: Das Identifikationsverfahren von Ubic ist sicher gegen alle aktuellen Angriffe an Bankautomaten. Mit dem Signaturverfahren von Ubic können fälschungssichere Papierdokumente erzeugt werden und das erschlüsselungsverfahren von Ubic erlaubt das Lesen von sensiblen Informationen in gedruckter Form in unsicheren (öffentlichen) Räumen.
  • wilhelm Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wilhelm ML
  • Professor Lehrstuhl Programming Languages and Compiler Construction, Universität des Saarlandes; Wissenschaftlicher Direktor Schloss Dagstuhl – Leibniz Zentrum für Informatik (von 1990 bis April 2014); Gesellschafter von AbsInt Angewandte Informatik GmbH
  • Forschungsgebiet
    Timing Analysis for Real-Time Systems Static Program Analysis based on 3-valued logic, vulgo Shape Analysis Compiler Construction Algorithm Explanation
  • Lebenslauf
    Reinhard Wilhelm ist seit 1978 Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes. Nach dem Studium der Mathematik in Münster und der Informatik in München und Stanford, promovierte er 1977 in Informatik an der TU München. Seine Forschungsgebiete sind die Übersetzung von Programmiersprachen und die Verifikation von Software. Seit dessen Gründung 1990 bis Ende April 2014 war Wilhelm wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Zentrums für Informatik in Schloss Dagstuhl. 1998 gründete er mit einigen Doktoranden die Firma AbsInt, welche Werkzeuge zur Softwarequalitätssicherung, u.A. auch zur Verifikation des Echtzeitverhaltens entwickelt.
  • Der Vortrag
    Reinhard Wilhelm ist seit 1978 Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes. Nach dem Studium der Mathematik in Münster und der Informatik in München und Stanford, promovierte er 1977 in Informatik an der TU München. Seine Forschungsgebiete sind die Übersetzung von Programmiersprachen und die Verifikation von Software. Seit dessen Gründung 1990 bis Ende April 2014 war Wilhelm wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Zentrums für Informatik in Schloss Dagstuhl. 1998 gründete er mit einigen Doktoranden die Firma AbsInt, welche Werkzeuge zur Softwarequalitätssicherung, u.A. auch zur Verifikation des Echtzeitverhaltens entwickelt.

    Die Folien zum Vortrag
  • hack
    Prof. Dr. Sebastian Hack
  • Professor Lehrstuhl Programmierung, Universität des Saarlandes
  • Forschungsgebiet
    Compilers und Code Generierung
  • Lebenslauf
    Sebastian Hack ist seit 2010 Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit Übersetzern, das sind Programme, die vom Menschen geschriebene Programme in das übersetzen, was ein Rechner versteht. Zuvor war er von 2008-2010 Juniorprofessor für Informatik an der Universität des Saarlandes und Post-Doc an der Ecole Polytechnique Fédérale Lausanne (EPFL) und der Ecole Normale Supérieure (ENS) Lyon. Er wurde 2006 an der Universität Karlsruhe promoviert.
  • Der Vortrag
    "Die Entwicklung komplexer Produkte, wie beispielsweise eines Autos oder eines Medikaments, ist ohne Rechnerunterstützung nicht mehr möglich. Hierbei werden physikalische Vorgänge zunehmend im Rechner simuliert anstatt durch reale Experimente nachvollzogen. Dies spart Geld und verkürzt die Entwicklungszeit der Produkte. Ohne die Fähigkeit solche Simulationen effizient durchführen zu können, werden viele Unternehmen in Zukunft am Markt nicht bestehen können. Nicht ohne Grund befindet sich schnellste Rechner der Welt in China. Der Bedarf an Rechnenleistung solcher Simulationen ist enorm und wird in Zukunft weiter wachsen. Allerdings kann die Hardware-Entwicklung den Hunger nach Rechenleistung nicht mehr ausreichend stillen: Aufgrund physikalischer Einschränkungen kann die Geschwindigkeit eines einzelnen Prozessors kaum noch gesteigert werden ohne absurde Mengen an Energie zu konsumieren. In den letzten 50 Jahren konnte der Fortschritt bei der Halbleiterfertigungstechnik dazu verwendet werden, die Geschwindigkeit eines einzelnen Rechners immer weiter zu steigern. Folglich wurde die Software, die die Unternehmen kosten- und zeitintensiv entwickelt hatten, mit jeder neuen Hardware-Generation automatisch schneller. Dieses Zeitalter ist jetzt zu Ende. Die Hardware-Industrie erzielt zwar immer noch Fortschritt bei der Halbleiterfertigung, kann diesen aber nicht mehr dazu nutzen, Rechner schneller zu machen. Stattdessen werden viele (dutzende bis hunderte), zum Teil hoch spezialisierte Prozessoren auf einem Chip zu sogenannten Multi-Core Prozessoren integriert. Diese Entwicklung stellt die Software-Branche vor ein fundamentales Problem. Jahrzehntelang hat man die Programme unter der Annahme geschrieben, dass ein Rechner exakt einen Prozessor hat. Jetzt verfügen Rechner aber über dutzende von Prozessoren, die die existierende Software nicht ausnutzen kann. Dies ist aber unerläßlich, wenn wir weiterhin die Leistungsfähigkeit unserer Software sicherstellen wollen. In meinem Vortrag erkläre ich diese Problematik anschaulich und zeige, welchen Einfluss sie auf unsere Wirtschaft und somit auf unseren Alltag hat. Des Weiteren stelle ich Ergebnisse aus der aktuellen Forschung vor, die dabei helfen die Entwicklung neuer, und die Anpassung existierender Programme für Multi-Core Rechner zu erleichtern."
  • hoffmann
    Prof. Dr. Jörg Hoffmann
  • Professor Lehrstuhl Programmierung, Universität des Saarlandes
  • Forschungsgebiet
    Künstliche Intelligenz
  • Lebenslauf
    Nach Studium und Promotion in Informatik an der Universität Freiburg, sowie Stationen am Max-Planck-Institut für Informatik, der Universität Innsbruck, SAP Research und als "Directeur de Recherche" bei INRIA, Nancy, ist Jörg Hoffmann seit April 2012 Professor für Grundlagen der Künstlichen Intelligenz an der Universität des Saarlandes. Jörg Hoffmann ist, unter anderem, Träger des Preises für die beste Europäische Dissertation in Künstlicher Intelligenz (Jahrgang 2002), mehrerer "Best Paper Awards" Internationaler Konferenzen und Fachzeitschriften, sowie des von der studentischen Informatik-Fachschaft verliehenen "Busy Beaver Award" für ausgezeichnete Lehre im Wintersemester 2013/14.
  • Der Vortrag
    Computer haben den menschlichen Schachweltmeister geschlagen (das ist jetzt auch schon wieder 17 Jahre her). Aber waren es denn wirklich die Computer? Ja, der Computer hat die Rechenarbeit erledigt. Aber im Schach gibt es etwa so viele Spielmöglichkeiten wie Partikel im Universum; ohne das von der Menschheit über Jahrhunderte zusammen getragene Wissen über Schach, auf dem moderne Schachprogramme erheblich basieren, wäre da selbst der grösste Supercomputer der Welt machtlos. In der Tat ist es ja so, dass alles was Computer können, jedes "Problem" das sie lösen können, ihnen letztlich von Menschenhand eingetrichtert wurde. Können wir Programme erschaffen, die hierüber hinaus gehen? Die *beliebige* Probleme lösen können, auch solche die ihre menschlichen Programmierer überhaupt nicht vorhergesehen hatten? Dies ist die Grundfrage im "General Problem Solving", einem der ältesten Teilgebiete der Künstlichen Intelligenz. Der Vortrag gibt eine zusammenfassende Einführung ins Thema, sowie kurze Einblicke in drei aktuelle Anwendungsgebiete.

    Die Folien zum Vortrag
  • lengauer
    Prof. Dr. Thomas Lengauer
  • Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik, Abteilung für Bioinformatik und Angewandte Algorithmik
  • Forschungsgebiet
    Bioinformatik
  • Lebenslauf
    Thomas Lengauer hat an der Freien Universität Berlin in Mathematik und an der Stanford Universität in Informatik promoviert. Er war Professor an der Universität Paderborn (achtziger Jahre) und Institutsleiter an der GMD – Forschungszentrum Informationstechnik in Sankt Augustin (neunziger Jahre). Seit 2001 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken. Er hat in verschiedenen Wissenschaftsbereichen geforscht (siebziger Jahre Theoretische Informatik, achtziger Jahre Schaltkreisentwurf, neunziger Jahre Packungsprobleme in der Technik, seit den neunziger Jahren Bioinformatik). Seine Forschungsbeiträge in der Bioinformatik umfassen Methoden zum rechnergestützten Medikamentenentwurf, die Grundlage für die Ausgründung BioSolveIT GmbH in Sankt Augustin war, Bioinformatikmethoden zur Analyse von viraler Resistenz gegen Medikamente, die im klinischen Umfeld zum Einsatz kommen, sowie Methoden zur Analyse von genomischen und epigenomischen Daten. Er ist Mitglied mehrerer Wissenschaftsakademien und Träger mehrerer Wissenschaftspreise.
  • Der Vortrag
    Die Medizin befindet sich derzeit im Umbruch. Die Entwicklung geht dahin, Krankheiten mit speziell auf den einzelnen Patienten zugeschnittenen Medikamentenkombinationen zu behandeln, die auf der Basis der Messung molekularer Profile des Patienten zusammengestellt werden. Den entsprechenden Zugang nennt man Individualisierte Medizin. Diese Entwicklung ist für eine ganze Reihe von Krankheiten im Gange (z.B. Krebs, psychiatrische Krankheiten). Am weitesten fortgeschritten ist sie im Bereich der Infektionskrankheiten, insbesondere bei der HIV Infektion. Die Auswahl der Therapien wird hier computer-gestützt vorgenommen. Die relevanten Methoden gehören zum Gebiet der Bioinformatik. Der Vortrag berichtet über das entsprechende Szenario, seine Wirksamkeit im Bereich der HIV Therapie und Perspektiven hinsichtlich anderer Erkrankungen.
  • mehlhorn
    Prof. Dr. rer. nat. Kurt Mehlhorn
  • Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik Algorithms and Complexity, Honorarprofessor für Informatik an der Universität des Saarlandes, Direktor Indo Max Planck Center for Computer Science
  • Forschungsgebiet
    Datenstrukturen und Algorithmen
  • Lebenslauf
    Nach seinem Studium der Informatik und Mathematik an der TU München und der Cornell Universität in den USA, hat Kurt Mehlhorn 1974 an der Cornell Universität promoviert. Nur ein Jahr später wurde er Professor im Fachbereich Informatik an der Universität des Saarlandes. Seit 1990 ist er Direktor am Max Planck Institut Informatik, Saarbrücken. Außerdem ist er Mitbegründer der Algorithmic Solutions Software GmbH. Prof. Mehlhorn wurde vielfach ausgezeichnet u.a. mit dem Leibniz und Konrad-Zuse Award sowie der Erasmus Medal der Academia Europaea. Ihm wurde die Ehrendoktorwürde verliehen von der Universität Magdeburg, der Universität Waterloo in Kananda und der Aarhus Universität, Dänemark.
  • Der Vortrag
    Informatik hat die Welt verändert und wird sie weiter verändern. Informatik ist allgegenwärtig und beinflusst das tägliche Leben eines jeden Einzelnen und die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Hinter der Nützlichkeit der Informatik steht ein Fach von wissenschaftlicher Tiefe und Schönheit.

    In meinen Vortrag möchte ich den Zuhörern vermitteln, was mich persönlich seit 45 Jahren an der Informatik fasziniert: (1) Frühe Faszination, (2) Gesetze des Rechnens, (3) Mathematiker am Morgen, Ingenieur am Nachmittag, (4) Verbindung zu anderen Gebieten, (5) Ein Blick in die Zukunft.

    Informatik wurde 1968 als Studienfach in Deutschland eingeführt. Der Vortragende begann sein Studium (Mathematik und Physik) im Jahre 1968. Ein Freund wies ihn auf die Vorlesung "Einführung in die Informatik" hin.

    Die Folien zum Vortrag